Förderer |
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Die Ganztagsschule Am Lönkert ist ein Angebot für Kinder im Grundschulalter
mit durchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten,
die aber Hilfe und besondere Förderung in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung benötigen. Ohne diese Förderung sind sie den Anforderungen einer allgmeinen Grundschule nicht gewachsen.
Sie sind unruhig, laut, haben häufig Streit, reagieren aggressiv, gefährden sich und andere oder sind ängstlich, unsicher, verschlossen und kaum zugänglich.
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Die Probleme der Kinder zeigen sich am deutlichsten im Umgang mit anderen Menschen: in der Familie, in der Schule und im Freundeskreis. |
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Die Auffälligkeiten können in verschiedenen Verhaltensbereichen
zum Ausdruck kommen:
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Motorik |
Wahrnehmung |
Emotionalität |
Kommunikation |
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Sozialverhalten
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Lernverhalten |
Arbeitsverhalten |
Motivation |
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Manche Kinder sind in ihrer
emotionalen und sozialen Entwicklung so sehr beeinträchtigt, dass
sie zunächst nur einzeln gefördert werden können. |
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Sie müssen schrittweise erst
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beziehungsfähig, dann
gemeinschaftsfähig und schließlich
schulfähig gemacht werden.
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:// Sarah
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Zum Beispiel
Lukas und Martin
Zwei Kinder im Grundschulalter |
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Beide sind Fußballfans der Mannschaft ihrer Heimatstadt.
In der Fußballmannschaft ihrer Schule gehören sie beide
zu den Spitzenspielern. Sie selber haben sogar eigene Fans unter den
Mitschülern und Mitschülerinnen ihrer Schulen, worauf sie
natürlich stolz sind. Am liebsten essen beide Spaghetti Bolognese
und Vanilleeis. Im Schwimmen haben Lukas und Martin schon das Bronzeabzeichen
bekommen. Im Sommer gehen sie oft zum Schwimmbad. Dort haben sie sich
unzählige Male gesehen, aber richtig kennengelernt haben sie
sich nie.
Wer beide nebeneinander sieht - gesund, sportlich und gut aussehend
-, denkt, sie hätten beide im Leben die besten Chancen.
Leider ist es aber nicht so. Denn Lukas wird von seinen Mitmenschen
oft missverstanden, überfordert, benachteiligt und nicht selten
auch bestraft. Er ist behindert, lebens-behindert.
Aber man sieht es ihm nicht an. Wäre er körperbehindert
oder blind... dann brächten seine Mitmenschen mehr Verständnis
für seine Probleme auf, nähmen seine Störungen mit
mehr Gelassenheit hin.
Dann schimpfte der Hausbesitzer nicht, wenn Lukas im Turbo-Tempo
mit lautem Getöse die Treppe hinunterläuft. Oder der Fahrer
vom Schwimmbus brüllte ihn nicht an, wenn er mit der Armlehne
seines Sitzes auf der Fahrt zum Schwimmbad Flugzeugpilot spielt
und sie hoch- und runterbewegt. Dabei passt er eigentlich gut auf.
Wenn der Bus an der roten Ampel anhält, muss die Lehne immer
unten sein - das ist seine Regel!
Da er normal aussieht wie die vielen tausend anderen Schüler
seiner Stadt, wird von ihm erwartet, dass er mit Bus und Bahn den
langen Schulweg allein bewältigt. Es ist nicht zu verstehen,
dass er manchmal zwei Haltestellen weiter fährt oder den Anschluss
verpasst,weil er sich mehr für die vielen Dinge interessiert,
die um ihn herum passieren, als für die Weiterfahrt zur Schule,
die er gern besucht und nie geschwänzt hat. Aber heute kommt
er zu spät.
Martin ist in der Schule selbstbewusst und sicher, kann sich gut
einbringen und weiß, dass alle in seiner Klasse ihn mögen.
Lukas braucht dagegen häufig eine positive Rückmeldung.
"Prima! Das hast du gut gemacht!" hört er dann von
seinen Lehrern. Er braucht solche Bestätigungen eigentlich
mehrmals während eines Schultages, auch wenn er im Vergleich
zu seinen Mitschülern nur ganz kleine Leistungserfolge aufweisen
kann. Es tut ihm gut, wenn seine Lehrer auch seine kleinsten Fortschritte
wahrnehmen.
An manchen Tagen ist Lukas gereizt und unberechenbar. Gelingt
ihm etwas nicht sofort, schreit er in die Klasse: "Ich habe
keinen Bock auf so einen S.... ". Nicht selten fliegen dann
seine Utensilien durch die Klasse, wirft er den Tisch um oder schlägt
auf seinen Tischnachbarn ein. Nur weil der so "... blöd
geguckt hat!". Das Einschreiten des Lehrers zum Schutz des
Mitschülers deutet Lukas als Ablehnung. Er kann nicht verstehen,
dass sein Lehrer, der ihn gerade in der vorangegangenen Stunde noch
für die gute Rechenarbeit gelobt hat, nun nicht mehr zu ihm
steht.
Manchmal denkt Lukas:
| Alle sind gleich: Mutter,der Hausmeister, der Busfahrer,
die Lehrer, die Mitschüler .... |
|
Alle sind gegen mich!
Alle lehnen mich ab! |
Nun sieht er sich dort, wo er meint hinzugehören: auf der
anderen Seite des Grabens. Zum eigenen Schutz baut er sich eine
klare Front auf. Sie ist eigentlich gegen ihn selbst gerichtet,
bringt aber auf seine Art wieder Ordnung in seine Welt: Ich hier,
ihr dort!
Er will keinen mehr sehen und sich von keinem etwas sagen lassen.
Wütend rennt er aus der Klasse, knallt die Tür zu und
versteckt sich irgendwo im Schulgebäude oder auf dem Schulgelände.
| Nur wenn seine Mitmenschen ihm |
BEGEGNEN |
| wenn sie versuchen, ihn zu |
VERSTEHEN |
| wenn sie seine Stärken und Schwächen |
AKZEPTIEREN |
| und ihm beim Aufbau positiver Beziehungen |
HELFEN |
| lernt Lukas in der Gemeinschaft zurechtzukommen.
Dann wird er seine Seite des Grabens verlassen und zu den anderen
herüberkommen können. |
:// Lukas und Martin // Anfang |
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Sie gehört zu den wenigen Mädchen an unserer Schule.
Sie war erst an einer allgemeinen Grundschule, aber dort hat sie
am Ende nicht mal mehr ihre Schultasche mitgebracht. Sie hat sie
unterwegs in einem Gebüsch versteckt. Als sie zu uns kam, wirkte
sie oft sehr traurig. Sie hat eigentlich nie etwas von sich erzählt.
Wenn ihr etwas misslang, hat sie sich unter den Tisch gesetzt oder
hinter dem Vorhang versteckt. Mit der Zeit hat sie mehr Vertrauen
zu uns gewonnen. Sie erzählt von den Sorgen, die sie in der
Schule und zu Hause hat und wenn sie etwas nicht kann, bittet sie
mittlerweile Mitschüler oder Lehrer um Hilfe. Die anderen helfen
Sarah gern, denn "helfen können" ist ein schönes
Gefühl und man fühlt sich stark. Sarah selbst kann auch
helfen, besonders wenn jemand traurig ist. Dann nimmt sie ihn in
den Arm und tröstet ihn. Und dann fühlt auch sie sich
stark, gebraucht und nützlich.
Die Mutter berichtet, dass Sarah gern zur Schule geht am liebsten
übrigens zum Reiten, und dass sie sich selbst mehr mag. Das
sehen wir in der Schule auch, denn Sarah gibt sich seit einiger
Zeit mehr Mühe mit ihrem Äußeren, zieht sich saubere
Kleidung an und hat eine andere Frisur. Besonders hat sie sich darüber
gefreut, dass ihr verändertes Äußeres auch ihren
Mitschülern auffällt, die ihr Komplimente gemacht haben.
Manchmal kommt Sarah schon morgens ganz schlecht gelaunt zur Schule.
Jeder kann Streit mit ihr bekommen. Eine Lappalie bringt sie in
Rage. Dann sind in der Klasse alle doof. Sichtlich erregt beschimpft
sie Lehrer und Kinder und nicht selten verlässt sie die Klasse,
indem sie laut die Klassentür zuschlägt. Sarah haut ab
und versteckt sich dann im Schulgebäude oder auf dem Schulhof.
In solchen Fällen ist es manchmal das Beste, wenn sie erst
einmal ein wenig Zeit für sich allein hat. Ist sie beruhigt,
kommt sie von allein zurück. Nehmen sich ihre Lehrerinnen oder
Lehrer Zeit für sie, erzählt sie dann von ihren Sorgen.

:// Sarah // Lukas und
Martin // Anfang |
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